UPC oder EAN: Was ist der Unterschied?
Beide codieren eine GTIN, beide werden von denselben Scannern gelesen, und eines ist technisch eine Variante des anderen — hier steht, was wirklich unterschiedlich ist und welches Format Ihr Produkt braucht.
12 Ziffern oder 13 — der Kernunterschied
UPC-A hat 12 Ziffern, EAN-13 hat 13. Beide gehören zur selben GTIN-Familie von GS1 — eine UPC-A-Nummer ist technisch eine GTIN-12, eine EAN-13-Nummer eine GTIN-13 — und sie hängen auf eine sehr konkrete Weise zusammen: Stellen Sie einer beliebigen 12-stelligen UPC-A-Nummer eine einzelne 0 voran, und Sie haben eine gültige, korrekt geprüfte EAN-13. Die Prüfziffer muss dafür nicht neu berechnet werden; die Rechnung geht in beiden Fällen gleich auf. Aus der UPC-A 036000291452 wird zum Beispiel die EAN-13 0036000291452 — dieselben zwölf Datenziffern, dieselbe Prüfziffer, nur mit ausgeschriebener führender Null. Genau deshalb lesen praktisch alle modernen Scanner UPC-A-Barcodes ganz nebenbei mit, wenn sie EAN-13 lesen — im Kern ist ein UPC-A-Code bereits ein EAN-13-Code, nur üblicherweise ohne diese führende Null geschrieben.
Die GTIN-Familie, zu der beide gehören
GTIN (Global Trade Item Number) ist der Oberbegriff von GS1 für jede Handelsartikelnummer, die die Organisation vergibt, und es gibt sie in vier Größen: GTIN-8 (eine EAN-8, für Packungen, die für einen vollständigen Barcode zu klein sind, etwa einen Kaugummistreifen oder eine Kosmetikprobe), GTIN-12 (UPC-A), GTIN-13 (EAN-13) und GTIN-14 (für Umkartons und Gebinde statt für Einzelstücke — etwa eine folierte Lage mit 24 Dosen für ein Verteilzentrum, nicht fürs Regal — codiert als ITF-14). UPC-A und EAN-13 sind also weniger konkurrierende Standards als vielmehr zwei Größen derselben Familie, und die Beziehung mit der führenden Null oben ist genau der Grund dafür: Eine GTIN-12 ist einfach eine GTIN-13, deren erste Ziffer garantiert eine Null ist. Welche Größe ein Produkt auch braucht, vergeben wird sie gleich — über ein von GS1 lizenziertes Unternehmenspräfix, nicht frei gewählt.
Wo welches Format tatsächlich verwendet wird
UPC-A ist der Standard auf Handelsverpackungen in den USA und Kanada. EAN-13 ist praktisch überall sonst der Standard — in Europa und damit auch im deutschsprachigen Raum, im Vereinigten Königreich, in weiten Teilen Asiens, in Australien und Lateinamerika. Diese Aufteilung ist überwiegend historisch (UPC kam zuerst, Anfang der 1970er-Jahre in den USA; EAN folgte wenige Jahre später als internationale Erweiterung derselben Grundidee) und in der Praxis enger, als sie klingt: Mit der Sunrise-2005-Initiative von GS1 mussten Kassensysteme in den USA und Kanada auch vollständige 13-stellige EAN-13-Codes lesen können, sodass ein US-Unternehmen für den Export keinen zweiten, nur amerikanischen Barcode braucht — EAN-13 deckt beides ab. Umgangssprachlich wird „UPC“ außerdem oft als allgemeines Wort für „den Barcode auf der Packung“ verwendet, selbst wenn der aufgedruckte Code in Wahrheit ein EAN-13 ist; beim Entscheiden, welches Format Sie tatsächlich erzeugen, lohnt es sich, beide Bedeutungen auseinanderzuhalten. Die praktische Faustregel: Verkaufen Sie nur in den USA oder Kanada, ist UPC-A die übliche Wahl; verkaufen Sie anderswo oder international, ist EAN-13 die sichere Vorgabe.
Welche Händler und Marktplätze welches Format akzeptieren
In der Praxis ist es keinem großen Händler und keinem großen Marktplatz wichtig, welches der beiden Etiketten Sie verwenden — verlangt wird eine echte, von GS1 lizenzierte GTIN, eingetragen in der Stellenzahl, die das jeweilige Formular erwartet. Amazon akzeptiert im US-Marktplatz eine UPC und in den meisten Nicht-US-Marktplätzen, einschließlich Amazon.de, eine EAN und prüft die Eingabe gegen die GS1-Datenbank statt gegen das Etikett. Der US-Katalog von Walmart Marketplace erwartet eine GS1-vergebene GTIN als 12-stellige UPC. Europäische und internationale Händler und Marktplätze erwarten in der Regel EAN-13, und Plattformen wie eBay, die kostenpflichtigen Angebotsstufen von Etsy und die Produktdaten-Feeds von Google Shopping folgen derselben Grundregel: eine gültige, bei GS1 registrierte GTIN in dem Format, das die Ländereinstellung Ihres Katalogs erwartet. Weil eine UPC-A numerisch bereits eine gültige EAN-13 ist, akzeptiert ein System, das auf EAN-13 ausgelegt ist, eine korrekt formatierte UPC-A ohne Zusatzschritt — der Knackpunkt ist selten das Format, sondern eine wirklich von GS1 lizenzierte Nummer.
Zwischen beiden umrechnen
Von UPC-A zu EAN-13: Stellen Sie allen 12 Ziffern (Prüfziffer eingeschlossen) eine einzelne 0 voran — das ist die gesamte Umrechnung, und die Prüfziffer bleibt ohne Neuberechnung korrekt. Umgekehrt funktioniert es nur, wenn die erste Ziffer der EAN-13 bereits eine 0 ist; lassen Sie sie weg, und die verbleibenden 12 Ziffern sind die entsprechende UPC-A. Eine 13-stellige GTIN, deren erste Ziffer keine 0 ist, hat überhaupt kein UPC-A-Gegenstück — sie wurde nie als 12-stellige Nummer für die USA oder Kanada vergeben; erzwingen Sie also keine Umrechnung, sondern nutzen Sie sie als EAN-13. Daneben gibt es UPC-E, eine nullunterdrückte 6-stellige Fassung von UPC-A für Packungen, die für den vollen Code zu klein sind; ein UPC-E-Scan wird beim Lesen automatisch wieder zur entsprechenden UPC-A expandiert, das ist also keine Umrechnung, um die Sie sich kümmern müssten. Zum tatsächlichen Erzeugen von UPC-A oder EAN-13 nehmen unsere Werkzeuge unter /upc und /ean-13 Ihre Datenziffern entgegen und berechnen die Prüfziffer automatisch, kostenlos und unbegrenzt.
Wenn Sie keines von beiden brauchen: interne SKUs
Wenn ein Barcode nur im eigenen Lager, in der eigenen Warenwirtschaft oder am eigenen Kassensystem gescannt wird — und nicht bei einem Händler oder Marktplatz, der gegen die GS1-Datenbank prüft —, brauchen Sie weder UPC-A noch EAN-13. /code-128 codiert jede alphanumerische Zeichenfolge, auch Ihre eigene SKU, in beliebiger Länge, ohne Registrierung, ohne Lizenzgebühr und ohne die feste Stellenzahl, an die eine GTIN gebunden ist; unser /code-128-Generator und der SKU-Generator decken genau diesen Fall ab. Heben Sie sich UPC-A und EAN-13 für Produkte auf, die tatsächlich an eine Ladenkasse oder in ein Marktplatzangebot mit GTIN-Pflicht gehen — eine rein interne SKU ins UPC/EAN-Format zu pressen, bringt nur GS1-Lizenzaufwand ohne Nutzen. Es ist auch völlig in Ordnung, mit Code 128 für ein Direktvertriebsprodukt zu starten und später auf eine lizenzierte GTIN zu wechseln, sobald Sie in den Großhandel gehen oder auf einem Marktplatz mit GTIN-Pflicht listen — der interne Start verbaut Ihnen keine spätere echte GS1-Nummer. Wenn Sie eine echte, lizenzierte GTIN brauchen, hilft unser Leitfaden: GS1-Barcode beantragen.
Häufige Fragen
Ist eine UPC dasselbe wie eine EAN?
Kann ich eine UPC in eine EAN umrechnen?
Verlangt Amazon eine UPC oder eine EAN?
Welches Format soll ich für mein Unternehmen nehmen, UPC oder EAN?
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